Nicci für Spiel und Spaß

Gewalt in den Medien – ein verharmlostes Thema

Mit dem Internetzeitalter hätte eigentlich so vieles besser werden müssen. Doch die neue Technik brachte genau das Gegenteil. Nachrichten, Videos und sonstige Medien konnten nun vollkommen unkontrolliert und ohne Grenzen verteilt und konsumiert werden. Die Nachfrage und vor allem das Angebot an Gewalt und Sex sind dabei stark gewachsen. In den ersten Jahren, in denen sich das Netz boomartig entwickelte, wurde das durch die seriösen Medien stark kritisiert und man warnte sogar vor der Entwicklung.
Heute, viele Jahre später sind es die seriösen Medien von damals, die dazu beitragen das Sex und Gewalt in allen Facetten alltagstauglich wurden und Jugendliche direkt erreichen können. Nicht umsonst entstand der Begriff der Lügenpresse. Für die meisten großen Fernsehsender und Printmedien sind diese beiden Punkte, ideal um bereits Jugendliche einfach erreichen zu können. Die Produktion erfordert nicht viel Geld. Gewalt zieht immer. Und Sex erst recht. Mit diesen beiden Themen lässt sich alles verkaufen. Und letztendlich sollen Nachrichten ja nicht informieren, sondern etwas verkaufen.
Bereits vor einigen Jahren hatten wir eine breite Diskussionen zu den sogenannten Killerspielen. Hier wurde gefragt, wie sehr diese „harten“ Spiele Jugendliche beeinflussen konnten. Auslöser waren Attentate von jungen Amokläufern. Nach dem diese Taten vergessen waren, wurde auch die Diskussion zu Killerspielen wieder beiseitegelegt. Heute blüht das Geschäft mit dieser Art von Spielen wie nie zuvor. Selbst Spiele, in denen andere Menschen vergewaltigt werden können, sind nicht mehr verpönt und gehören in das normale Sortiment. Zwar gibt es eine Altersbegrenzung.- Daran hält sich aber praktisch keiner. Und die Medien, die damals kontrovers die Killerspiele behandelten, machen heute dafür nur zu gerne wieder Werbung.- Vorausgesetzt die Zahlen stimmen!

Gewalt kann auf Dauer verehrend sein

Generell gibt es eine Vielzahl von Studien, die sich alle widersprechen. Es ist das übliche Spiel. Der Hintergrund ist einfach: Es macht wenig Sinn, wenn zahlreiche Studien zu demselben Ergebnis kommen würden. Solange verschiedene Ergebnisse bestehen, kann die Meinung nie zu einer Seite kippen. So war es auch damals bei den Killerspielen. Es gab Experten, die ganz klar sagten, das der ständige Einfluss von Gewalt auf Dauer zu anderen Ansichten führen gab. Dementsprechend hielten andere Experten dagegen. Beide Seiten wurden meistens von der Spieleindustrie bezahlt. Wenn wir heute aber einmal alles Revue passieren lassen, bemerken wir mit welcher Selbstverständlichkeit wir Sex und Gewalt in den Medien konsumieren und nicht mehr hinterfragen. Selbst Vergewaltigungen, die in allen Einzelheiten in Nachrichten durchgekaut werden, sind Quotenrenner, die viel Geld in die Medienunternehmen spülen. Nackte Frauen, lesbische Liebe oder käuflicher Sex wird heute bereits schon im Morgenmagazin angesprochen. Schmuddelfilme mit viel Gewalt gibt es im Netz überall. Bei Jugendlichen werden diese gerne kommuniziert und von Smartphone zu Smartphone getauscht. Dass bei so vielen offenen Filmen viele Schulkinder auf die Idee kommen, die eigene Schulkameradin auszuziehen und zu missbrauchen, wundert kaum. Die Hemmschwelle für Gewalt jeglicher Art ist gering. Auf der anderen Seite ist der Gesetzgeber, der solche Strafen im besten Fall mit Jugendarrest und im schlimmsten Fall mit niedrigen Bewährungsstrafen bestraft. Passieren kann also nicht viel, wenn sich Jugendliche durch Gewalt in den Medien inspiriert sehen und das Kind vom Nachbarn dafür missbrauchen.

Wohin wird das führen

Gewalt und Sex sind zwei Verkaufsrenner. Doch es muss immer eine Steigerung geben. Würde weiterhin alles auf dem gleichen Level bleiben, würden sich die Zuschauer gelangweilt fühlen. Zu vergleichen ist das mit einem Blick in die Vergangenheit. Auch vor 15 Jahren gab es Gewalt. Doch diese sah vollkommen anders aus, als das was wir heute kennen und praktisch durch den Dauerkonsum fast schon tolerieren.
Der Jugendschutz ist nur noch eine Intuition ohne Möglichkeiten. Ihn sind die Hände gebunden. Eigentlich ist uns allen klar, das Sex und Gewalt in diesem Umfang unerträglich in den Medien sind. Die Verwunderung ist aber groß, wenn Flüchtlinge sich in unmoralischer Art den Frauen in Deutschland nähern. Dabei war das vorherzusehen und zeigt, welche Wirkung die offene Art der Medien haben kann und wohin das führen kann. Der Gesetzgeber wird dem kaum Einhalt gebieten, letztendlich ist er von den Medien abhängig. Wir sind einfach zu tolerant geworden.
Der Ansatz zu einer Lösung müsste in den Schulen und bei den Eltern erfolgen. Doch diese stehen Hilflos der Masse von Sex und Gewalt gegenüber. Oder besser sie versuchen den einfachen Weg zu gehen, in der Hoffnung, dass dieser ausreichend erscheint. Jedes Baby was auf der Welt kommt, hat zunächst einen schlechten und egoistischen Charakter. Ob sich dieser zu einem guten wendet, liegt zunächst bei den Eltern. Doch genau hier passieren die meisten Fehler, die dazu führen, dass die Medien mit Sex und Gewalt massiv in die elterliche Erziehung eindringen können.

Angst und Schrecken in den Medien

Gewalt wird immer wieder kritisiert. Wir leben aber in einer Gesellschaft, in der sich diese Themen gut verkaufen lassen. Wird in den Nachrichten davon berichtet, das eine Frau einfach die Treppe runter gestoßen oder misshandelt wurde, wird dadurch das Interesse der Verbraucher gesteigert und die Medien können mehr verkaufen. Eine positive Nachricht, ein vermisstes Kind wurde aufgefunden, hingegen interessiert nur wenige und sorgt in den Medien kaum für Einschaltquoten. Angst und Schrecken sind zwei weitere Themen, die vielfach im Fernsehen aber auch in Magazinen subtil und subjektiv eingesetzt werden, um den Leser zu fangen, Emotionen zu erzeugen und damit die Auflage zu steigern oder den Werbeplatz teurer zu verkaufen. So ist bei Nachrichtensender der Minutenpreis für Werbung immer dann teurer, wenn zuvor über grausame Taten oder generell massive Gewaltdelikte berichtet wurde. Zu den Silvesterereignissen auf 2015/16 gab es zum Beispiel zwischen diesen Berichten entsprechende Anhebungen der Werbepreise. Gewalt, Angst und Schrecken verkauft sich deutlich besser. Die Folgen für gerade auch noch junge Menschen, die damit täglich jedoch konfrontiert werden, sind noch nicht in allen Ausmaßen bekannt. Das liegt auch daran, dass wir in den Medien noch nie so viel offene Gewalt hatten. Verstümmelte Leichen offen von Kriegsschauplätzen in den Nachrichten zu zeigen ist heute üblich. Anstand und Respekt gegenüber den Toten ist nicht mehr bekannt.

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